Das Fotografie Studium

Bilder schaffen es häufig, Menschen zu verbinden. Mit ihrer einzigartigen Wirkung beschäftigen sich professionelle Fotografen. Viele junge Menschen können sich gut vorstellen, einmal in dieser Branche zu arbeiten. Wenn man eine kreative Person ist, lohnt es sich, einmal genauer darüber nachzudenken, den Beruf zu ergreifen. Man kann sich dem Job sowohl über eine Ausbildung als auch über ein Studium nähern. Im Folgenden werden die Studiumsinhalte, die Karrieremöglichkeiten und die finanziellen Möglichkeiten thematisiert. Außerdem wird angesprochen, inwiefern man auch ohne eine entsprechende Ausbildung den Einstieg in den Beruf des Fotografen schaffen kann.


Studiengang Fotografie an einer Hochschule zum Bachelor.

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Es werden in Deutschland insgesamt 33 Fotografie Studiengänge angeboten. Unabhängig davon, ob man in Dormund, Leipzig, Halle, Essen München oder Berlin studiert, werden die für den Beruf relevanten Kernkompetenzen immer vermittelt. Im Detail ergeben sich geringfügige Unterschiede zwischen den Studiengängen.


Aachen Halle Mannheim
Augsburg Hamburg München
Berlin Hannover Münster
Bielefeld Hildesheim Offenbach am Main
Braunschweig Iserlohn Pforzheim
Darmstadt Kiel Saarbrücken
Dortmund Konstanz Siegen
Düsseldorf Köln Stuttgart
Essen Leipzig Weimar
Esslingen Magdeburg Wismar
Frankfurt am Main Mainz Würzburg

Für Abiturienten ohne Studienerfahrung kommt zunächst einmal nur ein Bachelorstudiengang in Frage. Die konsekutiven Masterstudiengänge können nur mit einem Bachelorabschluss belegt werden. Vereinzelt kann man sich auch für den Diplomabschluss entscheiden. Hierbei dauert das Studium dann in der Regelstudienzeit zehn Semester.

Das Fotografie Bachelorstudium zum Bachlor

Mit dem Bachelorabschluss endet das Studium im Regelfall nach sechs bis acht Semestern. Gerade beim Fotografie Studium findet man häufig die Angabe „sieben Semester”, was im Bologna-System relativ unüblich ist. Die meisten wirtschaftswissenschaftlichen Studiengänge kommen beispielsweise mit einer Regelstudienzeit von sechs Semestern aus.

Eine Besonderheit am Fotografie Studium ist die Praxisnähe. Man wird nicht zum Theoretiker ausgebildet. Viel mehr erlangt man schon im ersten Semester wichtige Kenntnisse, die für die Berufsausbildung sehr hilfreich sind. Während man in anderen Studiengängen mit dem Bachelorabschluss noch keine einzige Position in einem Unternehmen ohne eine langwierige Anlernphase ausüben kann, ist man bei der Fotografie für den Berufseinstieg recht gut vorbereitet.

Bei den theoretischen Elementen handelt es sich beispielsweise um Vorlesungen zu den Themen „Stilgeschichte”, „Kunstwissenschaft” und „Fototechnik”. Auch mediale Strategien und psychologische Inhalte werden angesprochen. So lernen die Studenten die vielfältigen Facetten der Wirkung von Bildern kennen und können so besser einschätzen, was es bedeutet, ein Bild auf eine bestimmte Art und Weise darzustellen.

Das Studium wird nur an Fachhochschulen angeboten. Dadurch wird die bereits angesprochene Praxisnähe gewährleistet. Im Studium geschieht dies vor allem durch die verpflichtende Teilnahme an zahlreichen praktischen Projekten. Diese finden häufig auch interdisziplinär statt. Beispielsweise kann es eine Aufgabe sein, zu einem gegebenen Bild einen möglichst kreativen Text zu erstellen. So wird auch das Verständnis für die Arbeit von Redakteuren erhöht, was für den späteren Werdegang sehr hilfreich sein kann, wenn man sich dazu entscheiden sollte, für eine Redaktion zu arbeiten.

Auch die Projektplanung wird in den meisten Fotografiestudiengängen thematisiert. Von der Recherche, über die Organisation, bishin zur Produktion kann man also alles erlernen, was zur erfolgreichen Realisierung eines Fotoprojektes nötig ist.

Um den Einstieg in die Berufswelt zu erleichtern, werden je nach Studiengang auch gewisse Schlüsselkompetenzen in speziellen Modulen vermittelt. Kenntnisse über Präsentationstechniken, Existenzgründungen und das Urheberrecht können dem einzelnen Bildjournalisten helfen, den Arbeitsalltag erfolgreich zu meistern.

Masterstudium

Wer den Bachelorabschluss in der Tasche hat, kann sich mit einem konsekutiven Masterstudiengang weiter fortbilden. Es ist möglich, den Master ebenfalls direkt im Bereich Fotografie zu absolvieren oder ein inhaltlich nahes anderes Gebiet zu wählen. Es eignen sich beispielsweise Studiengänge, die sich speziell auf Werbung spezialisieren. Je nach Vertiefung sind auch Fächer möglich, die sich mit Mode beschäftigen. Geisteswissenschaftliche Richtungen können ebenfalls eingeschlagen werden.

Wichtig ist, dass man darauf achtet, dass möglichst immer ein „roter Faden” im Lebenslauf erkennbar ist, welcher eindeutig in den Bereich „Fotografie” deutet. So kann man potentiellen Arbeitgebern und Auftraggebern zeigen, dass man schon von Anfang an wusste, dass man sein Leben der Fotografie widmen möchte.

Voraussetzungen für ein Fotografie Studium

Es wird im Regelfall, wie bei den meisten anderen Studiengängen auch, die allgemeine Hochschulreife (Abitur) gefordert. Darüber hinaus existieren weitere Zugangsbeschränkungen. Diese können hinsichtlich der Abiturdurchschnittsnote bestehen. Vor allem ist es jedoch fast immer erforderlich, eine Mappe mit Arbeitsproben einzureichen. In dieser Mappe müssen beispielsweise eigene Bilder sein, die auf das Können des Bewerbers Rückschlüsse zulassen.

Die Hochschulen lassen die Abiturienten mit der Erstellung der Mappe aber nicht alleine. Es gibt in der Regel, zumindest auf Rückfrage, relativ gute Hilfestellungen und Ideenvorschläge, was in der Mappe dargestellt sein soll. Häufig werden bis zu 20 gestalterische Arbeiten gefordert. Wer aber „mit offenen Augen durch die Welt geht”, wird sicherlich einige interessante Motive finden.

Den Auswahlprozess sollte man auch als Chance betrachten. Die Entscheider der jeweiligen Hochschulen haben jahrelange Erfahrungen und können sehr gut einschätzen, welcher Bewerber das nötige Talent mitbringt. Wenn man von mehreren Hochschulen abgelehnt wird, wurde man also möglicherweise vor dem Fehler bewahrt, ohne die ausreichende Begabung ein solch kreatives Studium zu beginnen.

Man sollte beachten, dass es nicht das Ziel der Hochschulen ist, fähige und motivierte Bewerber abzulehnen. Wer sich mit der Mappenerstellung also Mühe gibt und die nötige Ernsthaftigkeit zeigt, hat allgemein gesprochen sehr gute Chancen, auch einen Studienplatz zu erhalten.

Auch Auswahlgespräche finden häufig statt. Hier will die Auswahlkommission die Motivation der Bewerber erfragen und außerdem noch Rückfragen zum Lebenslauf stellen.

Motivationsschreiben wären eine andere denkbare Möglichkeit, um mehr über die Einstellung der in Frage kommenden Person herauszufinden.

Bei dem Studium der Fotografie werden nahezu keine der in der Schulzeit erworbenen Kenntnisse wieder benötigt. Wichtig ist vielmehr eine gewisse künstlerische Begabung und die damit verbundene Kreativität. Ein Mindestmaß an Diszplin sollte bei den Voraussetzungen auch erwähnt werden, doch dieses wird prinzipiell für den erfolgreichen Abschluss jedes Studiengangs benötigt.

Karrieremöglichkeiten

Ein Studiengang sollte nur belegt werden, wenn er den persönlichen Vorstellungen weitgehend entspricht. Dennoch sollte man sich bereits im Voraus genauer mir den Karrieremöglchkeiten auseinandersetzen, die sich als Absolvent ergeben können.

Allgemein gesagt, handelt es sich um eine recht kleine Branche. Es gibt wenige Absolventen, aber relativ viele Quer- und Seiteneinsteiger. Wenn man einen Posten als Angestellter finden möchte, muss man überdurchschnittliche Leistungen vorweisen können.

Es ist ratsam, sich frühzeitig um Praktika in der favorisierten Branche zu bemühen. Viele Stellen werden nur über die positive Zusammenarbeit in der Vergangenheit vergeben. Es handelt sich bei Praktika also um einen geeigneten Weg zur Festanstellung. Diese verspricht ein festes Gehalt, welches häufig sogar tarifgebunden ist. In diesem Fall würde sich das Gehalt auf 3300 bis 5000 Euro pro Monat belaufen. Bei Fernsehsendern, Produktionsfirmen und Zeitungen gibt es vereinzelt solche Stellen. Die Tarifbindung wird jedoch häufig zum Zweck des Lohndumpings umgangen. Damit sind dann auch Enstiegsgehälter von 1500 Euro monatlich, also auf den Stundenlohn gerechnet der Höhe des Mindestlohns entsprechend, keine Seltenheit. Realistisch sind bei Redaktionen ohne Tarifbindung bis zu 2500 Euro pro Monat.

Bei den freiberuflichen Fotografen sieht die Situation etwas anders aus. Sie können ihr Honorar theoretisch für jedes Bild frei aushandeln. In der Praxis liegt jedoch ein Auftraggebermarkt vor, an welchem die Auftraggeber sich ihre Fotografen aussuchen können. Die Sätze für ein Bild liegen im tarifgebundenen Bereich zwischen 40 und 80 Euro. Große Zeitungen gehen manchmal jedoch sogar in den vierstelligen Bereich. Wer hingegen für eine Lokalzeitung Bilder von Fußballspielen erstellt, muss sich unter Umständen auch mit weniger als 40 Euro zufrieden geben.

Wer sich auf andere Branchen als die Tagespresse spezialisiert, hat allgemein bessere Verdienstchancen. Modefotografen haben, wenn sie gebucht werden, häufig deutich höhere Tagessätze. Gleiches gilt für Hochzeitsfotografen. 700 Euro pro Tag sind hier möglich.

Wichtig ist, dass nicht-angestellte Fotografen selbst für ihre Versicherung zuständig sind. Es kommt so eine höhere Abgabenlast auf sie zu, als es bei Angestellten der Fall ist.

Bei der Entscheidung für die Selbstständigkeit sollte auch bedacht werden, dass die Erstausrüstung recht kostenintensiv ist. Nicht wenige Fotografen müssen zu hohen Zinsätzen einen Kredit aufnehmen, um sich die notwendige Ausrüstung kaufen zu können.

Andere mögliche Berufe

In eng verwandten Bereichen können die Absolventen des Fotografie Studiums ebenfalls unterkommen. Beispielsweise wäre eine Tätigkeit als Kameramann bei Film und Fernsehen denkbar.

Auch in der Wissenschaft gibt es für die besten Studenten eines Jahrgangs vereinzelt Stellen.

Jobs als Foto- oder Werbedesigner sind ebenfalls vorstellbar. Die Werbebranche scheint generell recht passend, da diese ansonsten häufig nur von BWL-Absolventen gewählt wird, welchen oftmals die notwendigen kreativen Fähigkeiten fehlen.

Alternative Ausbildungswege

Wie bereits eingangs erwähnt wurde, ist es auch möglich, eine Ausbildung zum Fotografen zu absolvieren. Fraglich ist daher, wann man sich für die Ausbildung und wann man sich für das Studium entscheiden sollte.

Generell ist anzumerken, dass beide Ausbildungswege das Rüstzeug für einen erfolgreichen Berufsstart vermitteln. Im Studium erhält man mehr Informationen zu Randgebieten, während man in der klassischen Ausbildung mehr Praxisnähe hat.

Der Lebenslauf wird durch das Studium im Vergleich zur Ausbildung deutlich aufgewertet, was den Berufseinsteig erleichtern kann. Doch wenn man erst einmal einen Fuß in die Arbeitswelt gesetzt hat, ist es meistens nicht mehr relevant, wie die Vorbildung der Person ist, da nur noch die gezeigten Leistungen zählen.

Auch als selbstständiger Fotograf ist das so. Kunden entscheiden sich häufig aufgrund der guten Erfahrungen, die Freunde und Bekannte gemacht haben, für einen bestimmten Fotografen. Die wenigsten Menschen werden den Ausbildungsweg des Künstlers hinterfragen.

Wichtig ist also vor allem, dass rechtzeitig Praxiserfahrung gesammelt wird. Wenn das gewährleistet ist, gibt es gute Chancen, dass der Jobeinstieg reibungslos verläuft.

Fotograf ohne Ausbildung werden

Der Beruf des Fotografen unterliegt keiner Prüfungspflicht. Das bedeutet, dass sich prinzipiell jede Person als Fotograf bezeichnen darf. Es ist also auch durchaus möglich, sich nur mit guten Leistungen einen Namen zu machen, ohne den Beruf jemals erlernt zu haben.

Wenn man jedoch im Angestelltenverhältnis arbeiten möchte, können es sich die Arbeitgeber aufgrund des Überangebots an Arbeitskräften leisten, nur formal qualifizierte Personen einzustellen. Trotz hervorragender Leistungen zählen für einige Personen Qualifikationen mehr, als einschlägige Berufserfahrung.

Das Fotografie Studium

Insgesamt ist festzustellen, dass das Fotografie Studium eine interessante und vielseitige Einstiegsmöglichkeit in die Medienbranche ist. Wenn man bereit ist, sich für die nötige Praxiserfahrung bereits im Studium zu engagieren, steht dem Traumjob „Fotograf” nicht mehr viel im Wege.


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